Dienstag, 12. April 2016

Kilometer 7.512 - 7.548 - Speicherstadt und Hafencity

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Nachdem ich nach bestandener Führerscheinprüfung von September bis Dezember viele lange Tagestouren gefahren bin, komme ich zum Frühlingsbeginn noch nicht richtig aus dem Gummi. Ich hole zwar mehrmals die Woche meine PJV aus dem Stall, aber meistens sind es kleinere Ausflüge im Hamburger Raum. Mein Winter war lang, dunkel und voller beruflicher Anstrengung und ich sehne mich nach Licht, Freizeit und Menschen. Die Kombination von gemütlichem Cruisen in der Stadt mit Museums- und Café-Besuchen ist für mich gerade eine entspannte Rückkehr in das Outdoorleben.

Am Samstag habe ich Nestbau betrieben und meine Wohnung gemalert und umgestaltet. Nun geht es am Sonntag an die frische Luft. Ab in die Hafencity, das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas, das ich viel zu wenig kenne.

Typisch Polly: Wenn irgendwo ein Hype entsteht, wende ich mich erst einmal ab und lasse das Theater an mir vorbei ziehen. Jahre später, wenn die Aufregung sich legt, fange ich dann an, mich in Ruhe und sehr intensiv mit der Sache zu beschäftigen (sofern sie mich tatsächlich interessiert) und bleibe dann oft lange dran. So manches Mal habe ich echt lohnenswerte Dinge verpasst, aber ich kann mich nie überwinden, in der Euphorie anderer mit zu schwimmen.

In der Hafencity bin ich tatsächlich im Herbst 2012 zuletzt auf Erkundungstour gewesen. Damals war der Bau des ersten Quartiers seit 3 Jahren abgeschlossen und der Masterplan von 1998 wurde für die Fortsetzung des Vorhabens überarbeitet. An die historische Speicherstadt aus dem Jahre 1888 grenzten nun futuristische Wohn- und Bürogebäude mit unbezahlbaren Immobilienpreisen. Die Elbphilharmonie bemühte sich mit zweifelhaftem Ruhm und beschmutzter Ehre um ihre Stellung als neues Hamburger Wahrzeichen. Ich war eher genervt, als beeindruckt. Wohnraum schaffen: Ja! Nur für Reiche: Nein!! Zudem zeichneten sich bereits hohe Leerstände und ein schleppender Start für Gewerbetreibende ab. Sollte das Projekt Hafencity ein weiteres Milliardengrab in der Stadtgeschichte werden?

Inzwischen sind 3,5 Jahre vergangen, die Speicherstadt wurde zum Weltkulturerbe, während ich länger in Frankreich gelebt habe. Heute ist ein strahlender Hamburger Frühlingstag und ich schwinge mich auf mein tapferes Pony, um einen Freund zum Besuch des Prototyp-Museums zu treffen. Im Gegensatz zu mir kennt Jörn sich in der Hafencity super gut aus. Und so schlendern wir nach der Ausstellung und einem späten Mittagessen noch durch die Straßen.

Die U-Bahn U4 ist fertiggestellt, die Hafencity Universität ist eröffnet (Schwerpunkt Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Kultur der Metropole usw.), erste Schulen und Kitas haben den Betrieb aufgenommen. Die Begrünung einiger Straßen und die Errichtung von Parkanlagen ist erfolgt und zahlreiche Restaurants und Cafés laden zum längeren Verweilen ein. Im Kesselhaus informiert eine Ausstellung nebst großem Modell über die Entwicklung der Hafencity mit seinen 10 Quartieren. Es sollen ca 6.500 bis 7.000 Wohnungen entstehen, was eine Nutzung von 32% der Gesamtfläche ausmacht. 42% sind für Büroflächen, 15% für Bildungseinrichtungen und 11% für Einzelhandel und kleines Gewerbe vorgesehen.

Alle Grundstücke entstehen auf ehemaligem Hafen und Industriegelände, was bedeutet, das der Ausbau der Stadt nicht zu Lasten bestehenden Wohnraums erfolgt. Die heute "szenigen" Stadtteile Schanzenviertel und Ottensen sowie Teile von Sankt Pauli, Altona und sogar Wilhelmsburg wurden in den letzten 15 Jahren umfangreich saniert - mit dem Ergebnis, dass die "Aufwertung" ganzer Straßenzüge zur Ansiedelung hipper Neureicher führte und die früheren Bewohner auf die günstigeren Randgebiete ausweichen mussten, weil ihre gewohnte Umgebung schlicht nicht mehr zu ihrem monatlichen Budget passte. Zwar liegen auch in der Hafencity die Mieten zwischen 6,50 Euro (1. Förderweg) und 18,00 Euro pro Quadratmeter (freier Wohnungsmarkt), jedoch wurden für diese Preise keine eingesessenen Mieter vertrieben. Per heute bieten Immobilien-Portale 65qm-Wohnungen ab ca. 1.550 Euro zzgl. Nebenkosten an - das muss man erstmal verdienen. Dagegen werden aber ebenso Studenten gefördert und Wohngruppen für behinderte Menschen gebildet. Ich habe das  gute Gefühl, dass das 157 Hektar große Areal nach Fertigstellung im Jahre 2025 recht bunt sein wird.

Das maritime Flair ähnelt dem skandinavischer Großstädte und das macht mich glücklich. Jörn und ich erinnern uns daran, dass Kopenhagen, Stockholm und Co. in den Ranglisten der Städte mit der glücklichsten Bevölkerung immer sehr weit oben stehen. Auch der Aufschwung von moderner und hochwertiger Gastronomie lässt mich an Kopenhagen mit seinen jungen innovativen Köchen denken.

Ich merke schon: Bald verlasse ich meine Stadt nicht einmal mehr, um Urlaub zu machen. Zumindest wird es bei uns auf absehbare Zeit nicht langweilig und wir werden viel zu entdecken haben. Ich habe richtig Lust auf Hamburg und auf die Hafencity - und an einem so schönen Tag ignoriere ich auch jegliche Kritik und Streitereien, die immer solchen Projekten hängen. 

Natürlich zieht es mich dann doch immer wieder in die Normandie. Klimatisch und landschaftlich dem Norden Deutschlands doch sehr ähnlich, ist die Fahrt gen Südwesten durchaus auch immer wieder eine Reise in die Vergangenheit. Weltkulturerbe? In Le Havre mit seiner Nachkriegsarchitektur durchaus vorhanden. Innovation und Moderne? Hmmmm.......... *überlegt angestrengt*



Der historische Teil der Speicherstadt
Le vieux entrepôt
Das Automuseum Prototyp

Die Präsentation der Stadtentwicklung im Kesselhaus
L'exposition du developpement



Da ist noch gut zu tun / Il y a du boulot


 
Wechselnde Outdoor-Ausstellungen im Überseeboulevard
Expositions en extérieur


Regionale Produkte mediterran verfeinert


Hinten und rechts die alten Speicher, links die Verbindung zum neuen Viertel.
Arrière et à droite les vieux bâtiments d'entrepôt, à gauche la connexion avec le nouveau quartier.

En automne jusqu’au mois décembre j’ai conduit des longues excursions sur ma PJV. L’hiver était long, sombre et plein de travail et  j’ai hâte de retourner dans la lumière pour passer des heures congés avec des potes. Le printemps arrive lentement et je sors ma PJV pour des petites balades avec un musée à visiter et un stop dans un café.


Tout le samedi j’ai bricolé chez moi. Après finir la nouvelle peinture et la nouvelle décoration à la maison, je n’hésite pas de chercher mon Poney de son écurie pour aller à la « Hafencity », le plus grand projet d'expansion la ville en intérieur. Malgré je n’habite pas loin de ce nouveau terrain de la ville, je ne le connais pas encore beaucoup.

La dernière fois j’ai découvert le début du projet en 2012. Je n’étais pas très d’accord avec ces bâtiments modernes et futuristes à côté de la « Speicherstadt » qui était construit en 1888 comme entrepôt dans le vieux port d’Hambourg. En plus les appartements n’étaient pas payable pour le plus de la population. Fournir des logements : Oui ! Uniquement pour les riches : Non !

Pendant ce temps, 3,5 ans ont passés, la vieille Speicherstadt est devenu un site du patrimoine mondial, et moi j’ai vécu quelques temps en France.  Sous le soleil du printemps je suis tout joyeuse de conduire ma PJV au rendez-vous avec un ami pour visiter le « musée de prototype ». Contrairement à moi, Jörn connaît la HafenCity super bon. Après regarder l’exposition et déjeuner un bon truc régional, on décide de découvrir des nouvelles dans le coin.

Le métro U4 a été mise en exploitation, l'Université HafenCity est ouvert (l'accent sur l'architecture, le génie civil, l'urbanisme, la culture de la métropole, etc.), les premières écoles ont commencés le travail et l'engazonnement de certaines rues et la construction de parcs ont été réalisés. De nombreux boutiques, restaurants et cafés nous invitent à la flânerie. On regarde une exposition, avec un grand modèle du développement de HafenCity avec ses 10 districts. Il y a environ 6500-7000 appartements en construction ce qui constitue une utilisation de 32% du total. 42% de l'espace de bureau, 15% pour l'éducation et 11% pour les commerces de détail, boutiques et restauration.

Toutes les parcelles vont être construites sur une ancienne zone portuaire et industrielle. Comme ça l'expansion de la ville sera faite sans détruire l’espace de logement dans les anciens quartiers. Dans les dernières 15 ans on a remarqué des grands rénovations dans les vieux quartiers. Après les prix d’habitation augmentait énormément, n’étaient plus payable pour les anciens locataires. Dans la HafenCity le loyer se trouve entre 6,50 euros (promotion pour les pauvres et des étudiantes etc) et 18.00 euros par mètre carré (marché libre du logement), ce qu’est déjà un bon niveau. Mais il n’y avait pas les locataires depuis longue date qui sont parti en raison du prix cher.

L'ambiance maritime est similaire aux villes scandinaves ce qui me rend heureux. Jörn et moi souvenons que Copenhague, Stockholm et autres villes ont la population le plus heureux dans le classement des villes. On s'approche! En outre, l’arrivé  de la restauration moderne et de haute qualité laisse nous penser aux jeunes chefs novateurs à Copenhague.

Je remarque: Bientôt, je ne sors plus de tout de ma ville. Dans les prochaines années jusqu’à 2025, on aura assez à découvrir chez nous. Je suis d'humeur d'observer le progress et à une très bonne journée comme aujourd'hui j'ignore les critiques et les râleurs, qui sont toujours en unité avec un tel projet.

Bah ouais. La Normandie va m’appeler de temps en temps. Le climat et le paysage ressemble du nord de l'Allemagne, mais très similaire un voyage vers le sud-ouest est également tout à fait toujours un voyage dans le passé. Site du patrimoine mondial? Disponible dans Le Havre avec son architecture après-guerre. Innovation et modernité? Hmmmm .......... *laissez-moi réfléchir*



Kommentare:

  1. Sieht sehr hübsch aus in der Hafencity, aber diese Städteentwicklungen für die Reichen ätzen mich immer an. Gut, wenn es hier anders ist und keine Alteingesessenen weichen mussten (sofern sie nicht schon vorher horrende Mieten zahlen mussten) :-)

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    1. Ja, es immer ein schmaler Grad. In den genannten Stadtteilen konnte man in den 80er und 90er Jahren tatsächlich noch ganz günstige Altbauwohnungen mieten. Das war dann nach Sanierung sehr schwer möglich. Daher kam auch meine anfängliche Antipathie zur Hafencity. Diese ist aber tatsächlich auf "neuem" Land geplant und das gefällt mir deutlich besser.

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  2. Da geht es Dir genauso wie mir. Ich war 2014 das erste Mal "richtig" in der Hafencity. Nachdem ich mich auch jahrelang irgendwie gewehrt hatte. Ich stand da und schaute mich um und es war, wie in einem seltsamen Traum. Ich war in Hamburg, aber hatte keinen blassen Schimmer, wo. Ich kenne das Gebiet auch noch von vorher, hab da Hein Gas gesehen und den Venloer Bahnhof. Zumindest seine Reste. Ein wenig gruselig war das schon.

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    1. Genau, gegruselt hat mich auch die anfängliche Bauwüste. Und jetzt wo es Form annimmt wird es echt schön und vor allem lebendig. Der Spielplatz im Park war voller Kinder und Eltern, die Terrassen voller Menschen, die auf das Wasser blickten und Zeit zusammen verbrachten. Im Sommer finden Konzerte, Poetry-Slam, Swing Nachmittage und Tangokurse statt. Ganz ehrlich: In Zeiten von Terror und Krisen tauche ich gern ein paar Stunden in die schönen Momente der Stadt ein.

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  3. Danke Polly für die schönen Fotos , sehe schon , muss doch nochmals in den Norden

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  4. Also, Hamburg steht für mich dieses Jahr auch auf der Reiseliste. Bin schon viel zu lange nicht mehr "zu Hause" gewesen. Danke für die schönen Bilder. Die Speicherstadt hat mich immer schon fasziniert. Ich war zuletzt... lang ist's her: zur Titanic Ausstellung 1998 dort.

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